Der Standort – das Zentrum von Balatonföldvár – ist ein lebendiges, attraktives Gebiet mit weitläufigem Stadtpark, Hafenanlagen und Promenaden, zugleich ein beliebtes Erholungsgebiet. Das Apartmenthaus befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hafens, nur wenige Schritte von der Zufahrtsstraße entfernt; auf der gegenüberliegenden Seite liegt der schattige Stadtpark vor dem Bahnhof. Während der Planung achtete unser Studio darauf, die den Grundstücksrand säumenden Bäume – als natürliche Fortsetzung des Stadtparks und der Straßenbaumreihen – zu erhalten, sodass die neuen Gebäude in eine bereits bestehende, parkartige Umgebung eingebettet werden konnten.
Bei der Formfindung war es uns wichtig, die charakteristischen Merkmale der Region aufzugreifen. Einerseits orientierten wir uns an den kleineren Ferienhäusern der Zwischenkriegszeit entlang des Südufers, die typischerweise mit flach geneigten, schiefergedeckten Walmdächern und gelegentlichen Art-Deco-Motiven gestaltet waren. Andererseits dienten größere historische Gebäude – wie das 1905 errichtete Gebäude des Segelklubs – sowie die architektonischen Werke der 1960er- und 1970er-Jahre als Inspiration. Ebenso wirkten die experimentellen Betonschalenbauten der Region, etwa die Anlagen am Szántódi Fährhafen oder am Hafen von Tihany, prägend. Unser Konzept zielte darauf ab, ein charaktervolles, einheitliches und zugleich zurückhaltend-elegantes Gebäudeensemble zu schaffen, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt.
Das Gebäude wurde nach ESG-Prinzipien geplant und mit nachhaltigen, umweltfreundlichen Lösungen ausgestattet. Auf dem L-förmigen Grundstück entstanden vier oberirdische Baukörper in linearer Anordnung, die durch ein gemeinsames, ebenfalls L-förmiges Untergeschoss verbunden sind, das vor allem die verdeckt angeordneten Parkplätze aufnimmt. Die quadratischen Baukörper verfügen pro Gebäude und Geschoss über vier Apartments. An den Gebäudeecken erweitern sich die Konturen der Eckbalkone jeweils in eine Richtung, wodurch einerseits ein spannendes Spiel der Volumetrie entsteht, andererseits die Nutzfläche der Balkone deutlich wächst und den Wohnungen einen funktionalen Mehrwert bietet.
Das Planungsprogramm sah vor, dass sich das Gebäude in die kleinteilige Umgebung einfügt und die vorhandenen Bäume erhalten bleiben. Ebenso war die Wahrung der Privatsphäre und die Sicherstellung einer angemessenen Verschattung wesentlich. Daher erhielt jede Wohnung eine eigene Terrasse bzw. auf den oberen Geschossen einen Balkon mit Blick auf einen intimen, begrünten Garten. Die Erdgeschosswohnungen verfügen über private Gärten, während die Dachgeschosswohnungen großzügige Panoramaterrassen besitzen. Die Segner-Rad-ähnliche Anordnung der Gebäude gewährleistet, dass die Terrassen der einzelnen Baukörper nie direkt zueinander ausgerichtet sind.
Die Fassaden werden von eleganten, pulverbeschichteten Aluminiumlamellen geprägt, die nicht nur für ausreichende Verschattung sorgen, sondern auch die Einsicht von benachbarten Gebäuden auf die Terrassen reduzieren und so eine geschützte Übergangszone schaffen. Die vertikalen, erdfarbenen Lamellenbänder erinnern an die Atmosphäre der Schwarzföhrenhaine am Südufer des Balaton sowie an die Vertikalität der Schilfgürtel. Da auch ein gemeinschaftlich nutzbarer Erholungsbereich vorgesehen war, befindet sich im baumbestandenen Garten des Apartmenthauses ein Swimmingpool mit Sonnenterrasse, der den Gästen maximalen Komfort bietet.
Insgesamt entstand ein 56-Wohnungen umfassendes Gebäude, das sowohl die Anforderungen an eine intime, behagliche Wohnumgebung erfüllt als auch den Kriterien eines umwelt- und klimabewussten Bauens entspricht.

