Im Herbst 2021 erhielt das Finta Studio den Auftrag, die Innenarchitektur des neuen Büros der amerikanischen MSD Pharma Hungary Kft. zu entwerfen. Das Büro befindet sich im Millennium City Center, im als Süd-Pester Büroachse bekannten Gebiet – genauer gesagt im Millennium Gardens, das ebenfalls von unserem Studio geplant wurde. Dadurch kannten wir nicht nur das Umfeld, sondern auch das Gebäude selbst sehr gut und konnten dem Auftraggeber Lösungen anbieten, die optimal auf dessen räumliche Gegebenheiten abgestimmt sind.
MSD ist seit drei Jahrzehnten mit rund 200 Mitarbeitenden in Budapest präsent. Der Umzug wurde teilweise durch die pandemiebedingten neuen Arbeitsbedingungen, die ungenutzten Flächen des bisherigen Büros sowie den Bedarf an stärker kooperationsorientierten Räumen ausgelöst. Darüber hinaus wünschte sich das Unternehmen ein freundlicheres, wohnlicheres und farbenfroheres Büro. Die Innenarchitektur und Ausführungsplanung wurden unserem Studio anvertraut. Die Gestaltung basierte auf einer umfassenden Analyse der Mitarbeiterbedürfnisse, die die Muttergesellschaft in einem „Space Plan“ zusammenfasste – ein hervorragender Ausgangspunkt für unsere Arbeit.
Auf dieser Grundlage begannen wir mit der Planung und ergänzten den Space Plan um weitere Vorschläge, um die Räume noch besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zuzuschneiden und den Komfort im Büroalltag zu erhöhen – unter Berücksichtigung individueller Anforderungen.
Unser Auftrag bestand darin, einen Büroarbeitsplatz zu schaffen, der nicht nur die Unternehmenskultur von MSD widerspiegelt, sondern farbenfroh, komfortabel, funktional und gemeinschaftsfördernd ist.
Ein wichtiges Ziel war die Erfüllung internationaler Kriterien, insbesondere der WELL-Zertifizierungsprinzipien. Zudem sollte das Büro aus flexibel nutzbaren Einheiten bestehen, die unterschiedliche Abteilungen und Arbeitsstile unterstützen. Wir analysierten detailliert, wie die Mitarbeitenden ihre Arbeitszeit verbringen, und suchten nach Wegen, den Komfort des Homeoffice in die Büroflächen zu integrieren.
Das bestehende Büro verfügte über viele offene Bereiche, die wir beibehalten wollten – gleichzeitig mussten diese sinnvoll voneinander getrennt werden, was eine planerische Herausforderung darstellte. Zusätzlich wünschte sich MSD einen Gemeinschaftsbereich, in dem gemeinsame Erinnerungen und gesammelte Auszeichnungen sichtbar bleiben. Wir integrierten beide Anforderungen in ein gemeinsames Konzept und entwickelten ein transparentes Trennelement, das beide Funktionen erfüllt.
Bei der Gestaltung des Designkonzepts spielte auch eine besondere Vorgabe eine Rolle: MSD unterstützt seit Jahren verschiedene Organisationen und hat zahlreiche Erinnerungsstücke und Spendenurkunden erhalten, die im neuen Büro sichtbar bleiben sollten. Diese Bilder und Kunstwerke integrierten wir sorgfältig in die Raumgestaltung. Ähnlich verhielt es sich mit den zahlreichen Pflanzen des Unternehmens: Wir entwickelten Arbeitsplätze, deren Möbelunterbau Stauraum bietet, während die Oberseite Pflanztröge aufnimmt. Neben innovativen Lösungen war Ergonomie ein zentrales Thema – unter anderem durch höhenverstellbare Schreibtische.
Wir schufen Zonen, die unterschiedlichste Arbeitsphasen unterstützen: Für konzentriertes Arbeiten entstanden Focus-Räume und akustische Telefonkabinen; für kollaborative Aufgaben stehen Collab-Räume, Meetingräume und flexibel kombinierbare offene Bereiche zur Verfügung. Bei Bedarf können größere Flächen durch das Verschieben von Raumteilern geöffnet werden – ideal für Firmenveranstaltungen.
Bei Farben und Formen diente das MSD-Logo als Ausgangspunkt. Molekül- und kapselartige Formen ließen sich leicht in das Konzept integrieren und prägen sowohl die Wände der Besprechungs- und Gemeinschaftsräume als auch das spätere Signage-Design. Punkte, Ovale und „Moleküle“ verweisen spielerisch auf das pharmazeutische Profil des Unternehmens und die Verbindungen zwischen den Mitarbeitenden.
Die kühle Türkisfarbe des Logos ergänzten wir durch eine warme Farbpalette. Empfangsbereich, Eingang und Meetingzonen sollten Eleganz ausstrahlen – hier dominierten Beige-, Braun-, Holz- und Grautöne. Weiter im Büro wurden die Räume zunehmend farbenfroher: Türkis erscheint im Lounge-Bereich, danach folgen wärmere und lebendigere Farben. Ähnliche Raumtypen erhielten ähnliche Farbstimmungen: lautere Arbeitsbereiche warme Töne, ruhigere Zonen kühlere Nuancen.
Neben der Farbgestaltung halfen Fotowände sowie Markierungen in Decke und Boden (z. B. Teppichfelder), die verschiedenen Zonen klar zu definieren und Übergänge sichtbar zu machen.
Insgesamt entstand ein harmonisches, farbenfrohes Büro, das die Bedürfnisse und den Komfort der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt und zugleich auf die durch die Pandemie geprägten, sich ständig wandelnden Arbeitsanforderungen reagiert.



